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Animal Farm (Oper)
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Animal Farm ist eine Oper in zwei Akten, neun Szenen und einem Epilog von Alexander Raskatow (Musik) mit einem Libretto von Ian Burton und Alexander Raskatow nach George Orwells Fabel Farm der Tiere. Sie wurde am 3. MĂ€rz 2023 in der Nationale Opera in Amsterdam uraufgefĂŒhrt.

Contents

‱ Handlung
‱ Erster Akt
‱ Zweiter Akt
‱ Gestaltung
‱ Libretto
‱ Musik
‱ Orchester
‱ Aufnahmen
‱ Weblinks

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Handlung

Erster Akt

Der betrunkene Farmer Mr Jones bedrĂ€ngt seine Frau, die ihn vehement zurĂŒckweist.

Der alte Eber Old Major ruft vor seinem nahenden Tod eine Versammlung der Farmtiere ein, um ihnen zu erklĂ€ren, dass sie von den Menschen ausgenutzt und schließlich sogar getötet werden. Das fĂŒhrt zu heftigen Diskussionen unter den Tieren. Der Esel Benjamin hĂ€lt das fĂŒr die natĂŒrliche Ordnung. Die anderen dagegen erkennen allmĂ€hlich die Wahrheit. Old Major rĂ€t ihnen, sich gegen die Menschen aufzulehnen und schlĂ€gt einige Grundregeln vor: Sie sollen keine Kleidung tragen, nicht im Haus leben oder in einem Bett schlafen, keinen Tabak rauchen oder Alkohol trinken, kein Geld besitzen, Handel treiben oder ein anderes Tier töten. Alle Tiere seien gleich. Wie es danach weitergehen soll, weiß noch niemand. Die Ziege Muriel sorgt sich um ihr Futter, die Stute Mollie um Zucker und ihre schönen BĂ€nder. Der Rabe Blacky versichert ihnen, dass sie nach der Revolution „wie auf dem Kandiszucker-Berg“ im Himmel ĂŒber den Wolken leben werden. Als Old Major darauf hinweist, dass Jones betrunken sei und die Farm vernachlĂ€ssige, erheben sich die Tiere. Sie vertreiben das Farmerpaar und geben der Farm den Namen „Animalfarm“ (‚Farm der Tiere‘). Die Schweine Snowball und Napoleon lassen die neuen Gebote an die Scheunenwand schreiben. Man skandiert den neuen Leitsatz: „Vier Beine gut, zwei Beine schlecht“.

Die Tiere mĂŒssen die Farmarbeit nun selbst erledigen. Besonders das Zugpferd Boxer ist hoch motiviert. Snowball und Napoleon richten fĂŒr alle Teilaufgaben AusschĂŒsse ein, in denen sie sich zusammenschließen. Benjamins Frage nach der Verwendung der Milch beantwortet das Schwein Squealer damit, dass die Schweine sie trinken werden. Wenn sie nĂ€mlich ihre Pflichten nicht erfĂŒllten, wĂŒrde Jones zurĂŒckkehren.

Jones hat Hilfe von seinem Nachbarn Pilkington erhalten. Dessen Leute werden von den Tieren in hartem Kampf, bei dem ein Schaf ums Leben kommt, zurĂŒckgeschlagen. Napoleon ehrt Boxer und anschließend sich selbst als Tierhelden „Erster Klasse“. Mollie lĂ€sst sich unterdessen von Pilkington verfĂŒhren und folgt diesem zum Nachbarhof.

Eine Woche spĂ€ter Ă€rgern sich Blacky und Muriel ĂŒber Mollies lange Abwesenheit. Es scheint ihr bei Pilkington offenbar gut zu gefallen. Snowballs Vorschlag, eine MĂŒhle zu bauen, um Strom zu erzeugen und die Arbeit zu erleichtern, stĂ¶ĂŸt bei Napoleon auf Ablehnung. Wichtiger seien Schusswaffen und Training zur Verteidigung. Schnell bilden sich zwei Parteien aus den jeweiligen UnterstĂŒtzern. Napoleons AnhĂ€nger gewinnen die Oberhand, und Snowball flieht. Napoleon grĂŒndet ein Schweinekomitee mit sich selbst als Vorsitzendem und erklĂ€rt Snowball zum Verbrecher. Dann verkĂŒndet er einen Strategiewechsel: Er selbst lĂ€sst die WindmĂŒhle bauen. Außerdem will er mit dem Menschen Pilkington Handel treiben und erklĂ€rt das entsprechende Verbot fĂŒr ungĂŒltig. Squealer meint, dieses sei lediglich durch Snowballs LĂŒgen zustande gekommen, und Blacky stellt die Existenz des Verbots als Ganzes in Frage. Kurz darauf verbreiten sich GerĂŒchte, dass die Schweine in das Farmhaus gezogen seien, ihre Mahlzeiten in der KĂŒche einnehmen und in den Betten schlafen. Das widerspricht weiteren GrundsĂ€tzen. Blacky leugnet, dass es jemals solche Regeln gegeben habe. Squealer weist darauf hin, dass die Schweine jeden Komfort benötigen, um ihre geistige Arbeit verrichten zu können. Wenig spĂ€ter wird die WindmĂŒhle von einem Blitz getroffen. Napoleon weist die Schuld Snowball zu und verurteilt ihn in Abwesenheit zum Tode.

Zweiter Akt

Der verzweifelte Snowball befindet sich noch immer auf der Flucht. Blacky redet den anderen ein, dass er von Anfang an fĂŒr Pilkington spioniert habe. Die Schweine spĂŒren Snowball auf und richten ihn hin. Napoleon veranstaltet Schauprozesse, in denen Gruppen von Ziegen, KĂŒhen und Schafen als angebliche MittĂ€ter immer absurdere GestĂ€ndnisse ablegen und ebenfalls zum Tode verurteilt werden. Die Pferde Clover und Boxer sehen dadurch ihre Ideale verletzt. Um Trost zu finden, stimmen sie ihre Hymne „Beasts of Farmland“ an, was Napoleon aber per Sonderdekret untersagt.

Squealer versucht, die Schweineschauspielerin Pigetta zu verfĂŒhren. Da sie sich ihm entziehen will, vergewaltigt und ermordet er sie mit dem Kommentar, seine Blumen seien als Grabschmuck gedacht.

Benjamin kann sich nur schwach an die ursprĂŒnglichen Gebote erinnern. Als Blacky ihn auffordert, ihm das sechste Gebot vorzulesen, in dem es hieß, dass kein Tier ein anderes töten dĂŒrfe, verweist er ihn an Muriel. Ihr zufolge steht dort nun: „Kein Tier soll ein anderes grundlos töten“. Die Hinrichtung der VerrĂ€ter war daher gerechtfertigt. Squealer preist Napoleons Weisheit und HerzensgĂŒte, und der Schweinepoet Minimus trĂ€gt mit UnterstĂŒtzung der Hennen und Enten (Kinderchor) ein Loblied auf ihn vor.

Weil Pilkington von Napoleon unbrauchbares Holz erhalten hat, hat er die WindmĂŒhle sprengen lassen. Die Tiere konnten die Angreifer nur unter Verlusten zurĂŒckschlagen. Eine Kuh, drei Schafe und zwei GĂ€nse kamen ums Leben. Dennoch lĂ€sst Napoleon eine große Siegesfeier ausrichten, bei der auch Alkohol gereicht wird. Muriel stellt fest, dass das fĂŒnfte Gebot nun lautet: „Kein Tier soll im Übermaß Alkohol trinken“. Hennen und Enten besingen den „Sieg des Animalismus“. Als Boxer durch die ĂŒbermĂ€ĂŸigen Anstrengungen seiner Arbeit zusammenbricht, verspricht Squealer, ihn in ein Krankenhaus bringen zu lassen. Die SanitĂ€ter sind jedoch in Wirklichkeit Mitarbeiter eines Abdeckers. Squealer ĂŒberbringt den anderen Boxers angebliche sieben letzte Worte: „Lang lebe Napoleon! Napoleon hat immer recht!“ Benjamin bittet Muriel, ihm das letzte Gebot von der Scheunenwand vorzulesen. Dort steht nur noch ein einziger Spruch: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen!“

Gestaltung

Libretto

Einige Hauptfiguren sind historischen Vorlagen nachgebildet. Der alte Idealist Old Major erinnert an Karl Marx und Wladimir Iljitsch Lenin, der skrupellose und machtgierige Napoleon an Josef Stalin, Snowball an Leo Trotzki und der propagandistische Worteverdreher Squealer an den NKWD-Leiter Lawrenti Beriacite-ref-programmheft-wien2024-figuren-3-0[3] und den Stalin-Vertrauten Wjatscheslaw Molotow.cite-ref-programmheft-wien2024-morabito-4-0[4] Der Poet Minimus dient ebenfalls der Propaganda. Das fleißige Pferd Boxer und die Stute Clover bleiben der neuen Ideologie loyal. Mollie hingegen denkt nur an sich selbst und lĂ€sst sich vom Nachbarn verfĂŒhren. Der Esel Benjamin Ă€ußert Zweifel, steht aber abseits. Er kann als Symbol fĂŒr die russischen Juden gelten. Die intelligente und lesekundige Ziege Muriel ist durch die fĂŒr sie deutlich erkennbaren WidersprĂŒche zwischen Ideologie und RealitĂ€t irritiert. Der Rabe Blacky ist in der Lage, sich schnell an die vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen.cite-ref-programmheft-wien2024-figuren-3-1[3] Der Chor reprĂ€sentiert die manipulierbare Menge, die den Schweinen ihre MachtfĂŒlle ermöglicht und zu ihrem Opfer wird.cite-ref-programmheft-wien2024-soddy-5-0[5]

Als man Raskatow das Sujet vorschlug, hatte er zwar bereits von dem Buch gehört, es aber noch nicht selbst gelesen, da es in der Sowjetunion, in der er aufgewachsen war, gebannt war. Nach der LektĂŒre erkannte er sofort die Parallelen zu seiner eigenen Familiengeschichte. Sein Großvater hatte jahrelang im Gulag gelebt, und seine Eltern hatten als Ärzte mit jĂŒdischen Wurzeln unter Stalins Repressalien gelitten. Raskatow nahm einige Änderungen am Libretto vor, um diese BezĂŒge zu verdeutlichen.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-raskatow-6-0[6] So ergĂ€nzte er Zitate von Stalin, Trotzki, Nikolai Bucharin und Beria. Squealers Vergewaltigungsszene im zweiten Akt bezieht sich direkt auf Berias Machtmissbrauch gegenĂŒber Frauen. Die Ermordung Snowballs (Trotzki) durch Napoleon (Stalin) ist eine weitere ErgĂ€nzung des Librettos nach einer historischen Begebenheit.cite-ref-programmheft-wien2024-morabito-4-1[4] Andere Anpassungen galten einigen ursprĂŒnglich eher narrativen Passagen, die Raskatow in Handlung umwandelte. Außerdem achtete er auf grĂ¶ĂŸere Kontraste und kĂŒrzere SĂ€tze. Von großer Bedeutung war fĂŒr ihn die Kommunikation mit dem Publikum. Die Oper solle auch ohne Vorkenntnisse berĂŒhren. Raskatow fasste das in drei „e-Worte“ zusammen: „energetisch, exzentrisch und extravagant“.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-raskatow-6-1[6]

Die Inszenierung spielt nicht wie die Vorlage auf einer Farm, sondern in einem Schlachthaus. Die Charaktere erheben sich, um eine freie Gesellschaft zu begrĂŒnden, doch die Mechanismen der UnterdrĂŒckung kommen wieder an die OberflĂ€che. Der Wendepunkt ist die Frage nach der Verwendung der erzeugten Milch, die die Schweine fĂŒr sich beanspruchen, weil ihre Aufgabe so bedeutend sei, um kĂŒnftige Angriffe der Menschen zurĂŒckzuschlagen. Sie spielen mit der Angst der anderen Tiere und werden allmĂ€hlich selbst zu Diktatoren. Sichtbar wird das auch an den KostĂŒmen der ĂŒberlebenden Figuren, die ihre TierĂ€hnlichkeit nach und nach verlieren. Michieletto wies auf einen weiteren Unterschied zur Vorlage hin: WĂ€hrend das Ende von Orwells Fabel aus Sicht der UnterdrĂŒckten dargestellt wird, rĂŒckte er die Herrschenden ins Zentrum. Im Buch bleibe man außerhalb des Hauses der Schweine. Hier dagegen werde das Publikum hineingezogen, was vermutlich noch verstörender sei.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-michieletto-7-0[7]

Musik

Im Programmheft der Nationale Oper Amsterdam ist angegeben, dass die Oper aus drei Akten besteht.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-8-0[8] Auf der Website hingegen sind es nur zwei Akte, ebenso wie bei der FolgeauffĂŒhrung in Wien.

Raskatow entwickelte fĂŒr diese Oper einen sogenannten „Skalpell-Stil“, der sich durch kurze melodische Linien und scharfe Kontraste auszeichnet. Außerdem legte er großen Werk auf den Rhythmus. Da er die Musik zeitgenössischer Komponisten als zu komplex empfand, suchte er nach einem Weg, die „vergessene Syntax der ‚alten‘ Opern“ wiederzubeleben und die Aufmerksamkeit des Publikums mit Hilfe von Melodie und Rhythmus zu fesseln. Die Gesamtheit der Solo-Stimmen betrachtete als eine Art „vokales Orchester“ und gab jeder Figur eine eigene musikalische IdentitĂ€t und Entwicklung.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-raskatow-6-2[6] Die 21 Solorollen nutzen die gesamte Bandbreite der menschlichen Stimme einschließlich neuartiger Verfremdungseffekte, die von den jeweiligen Tierlauten inspiriert sind. Die Stimmen sind „kaleidoskopartig miteinander verzahnt und ineinander verschachtelt“ (Sergio Morabito). FĂŒr Raskatow war es wichtig, die AusfĂŒhrenden zu kennen, bevor er die Musik schrieb. Daher wirkten bei der UrauffĂŒhrung einige KĂŒnstler mit, die schon lĂ€nger mit ihm zusammenarbeiteten. Zu diesen gehören seine Ehefrau Elena Vassilieva (Blacky), der „Basso profondo“ Gennadi Bessubenkow (Old Major), Karl Laquit (Benjamin und Pigetta) und Michael Gniffke (Snowball). Der Countertenor Artem Krutko erhielt eine hochvirtuose Paradearie.cite-ref-programmheft-wien2024-morabito-4-2[4]

FĂŒr die Darstellung von Satire, Ironie oder Polemik nutzte Raskatow „atmosphĂ€rische Zitate“ aus der Oper Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitschs – einem Komponisten, der sich persönlich mit dem Stalinismus auseinandersetzen musste.cite-ref-programmheft-wien2024-soddy-5-1[5]

Orchester

Die Orchesterbesetzung der Oper umfasst die folgenden Instrumente:cite-ref-programmheft-wien2024-9-0[9]

‱ HolzblĂ€ser: zwei Flöten (beide auch Piccolo, 2. auch Altflöte), zwei Oboen (2. auch Englischhorn), drei Klarinetten (1. auch Es-Klarinette, 2. und 3. auch Bassklarinette), zwei Saxophone, zwei Fagotte (beide auch Kontrafagott)
‱ Pauken, Schlagzeug (Triangel, drei Kuckucksflöten, zwei CuĂ­cas, vier Kuhglocken, Bamboo, vier Tempelblöcke, drei Holzblöcke, zwei Ratschen, zwei Stempelflöten, zwei Sirenen, Flexaton, LöwengebrĂŒll, GĂŒiro, vier Bongos, drei Tomtoms, drei Congas, Rototom, große Trommel, Trommel, Hi-Hat, drei hĂ€ngende Becken, Becken, Bell tree, Amboss, Stahlplatte, kleines Glockenspiel, zwei Gongs, Waterphone, drei Watergongs, Tempelgong, Kirchenglocke, Crotales, Glocken, Vibraphon, Marimba, Steeldrums, Thai Gongs, Plattenglocken, Metronom)
‱ zwei Harfen
‱ Streicher

Werkgeschichte

Die Oper Animal Farm des russischen Komponisten Alexander Raskatows entstand im Auftrag der Nationale Oper Amsterdam, der Wiener Staatsoper, des Teatro Massimo Palermo und der Finnischen Nationaloper. Das Libretto verfasste Ian Burton in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten. Es basiert auf George Orwells Fabel Farm der Tiere.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-8-1[8] Die Idee fĂŒr eine Opernfassung dieses Werks hatte der Regisseur Damiano Michieletto. Die Nationale Oper Amsterdam zeigte sofort Interesse an dem Stoff.cite-ref-programmheft-amsterdam2023-michieletto-7-1[7] Die Oper ist Irina Antonowna Schostakowitsch gewidmet, der Witwe des Komponisten Dmitri Schostakowitsch.cite-ref-programmheft-wien2024-9-1[9]

Die UrauffĂŒhrung fand am 3. MĂ€rz 2023 in Amsterdam statt. Die Inszenierung stammte von Damiano Michieletto, die BĂŒhne von Paolo Fantin, die KostĂŒme von Klaus Bruns, die Choreografie von Thomas Wilhelm und das Lichtdesign von Alessandro Carletti. Das Netherlands Chamber Orchestra, der Chor der Dutch National Opera und der Nieuw Amsterdams Jeugdkoor standen unter der musikalischen Gesamtleitung von Bassim Akiki. Es sangen Gennadi Bessubenkow (Old Major), Misha Kiria (Napoleon), Michael Gniffke (Snowball), James Kryshak (Squealer), GermĂĄn Olvera (Boxer), Karl Laquit (Benjamin und Pigetta), Artem Krutko (Minimus), Helena Rasker (Clover), Maya Gour (Muriel), Elena Vassilieva (Blacky), Holly Flack (Mollie), Marcel Beekman (Mr Jones), Francis van Broekhuizen (Mrs Jones) und Frederik Bergman (Mr Pilkington).cite-ref-programmheft-amsterdam2023-8-2[8] Die Produktion wurde von Publikum und Kritik sehr gut aufgenommen. Die FolgeauffĂŒhrungen waren ausverkauft.cite-ref-buehne-10-0[10] Die Jury der britischen Fachzeitschrift Opera kĂŒrte sie bei den International Opera Awards 2023 zur „UrauffĂŒhrung des Jahres“.cite-ref-opernwelt-11-0[11]cite-ref-operaawards-12-0[12]

Die koproduzierende Wiener Staatsoper zeigte die Inszenierung ab dem 28. Februar 2024. Viele SĂ€nger der Amsterdamer UrauffĂŒhrung wirkten auch hier mit. Neu besetzt wurden Wolfgang Bankl als Napoleon, Andrei Popow als Squealer, Stefan Astakhov als Boxer, Margaret Plummer als Clover, Isabel Signoret als Muriel, Daniel Jenz als Mr Jones, Aurora Marthens als Mrs Jones und Clemens Unterreiner als Mr Pilkington. Die musikalische Leitung ĂŒbernahm Alexander Soddy.cite-ref-programmheft-wien2024-9-2[9] In Wien wurde eine geringfĂŒgig ĂŒberarbeitete Fassung gespielt. Die Änderungen betrafen im Wesentlichen Generalpausen, Tempoanpassungen und in paar kleine Striche „zur Fokussierung der Handlung“. Außerdem wurden in Wien im Gegensatz zu Amsterdam die SĂ€nger nicht elektronisch verstĂ€rkt. Einige grĂ¶ĂŸere Schlaginstrumente mussten allerdings aus PlatzgrĂŒnden akustisch aus dem Orgelsaal im sechsten Stock ĂŒbertragen werden.cite-ref-programmheft-wien2024-soddy-5-2[5]

Bernhard Doppler als Rezensent von BR-Klassik empfand die Inszenierung als „bedrĂŒckend aktuell“. Sie ĂŒberzeuge, weil sie „keine plumpen Aktualisierungen“ vornehme. Den Zuhörer ĂŒberwĂ€ltige vor allem die Komposition.cite-ref-brklassik-13-0[13] Alexander Keuk von der Neuen Musikzeitung hingegen meinte, dass „mehr aktuelle Kommentierung, kunstartige Übertreibung und vor allem ein radikaler Epilog vonnöten“ gewesen wĂ€re.cite-ref-nmz-14-0[14] Michael Klier schrieb nach der Amsterdamer UrauffĂŒhrung in Bachtrack, es handle sich um eine „unter die Haut gehende[], ungemein zeitgemĂ€ĂŸe[] Oper“.cite-ref-bachtrack-amsterdam-15-0[15] Norman Schwarze (ebenfalls Bachtrack) nannte die Musik „eklektisch“. Sie biete „viel Neues“, bleibe aber „in weiten Teilen dem lautmalerischen Element treu“ und sei nicht besonders abwechslungsreich. Insgesamt sei aber „diese Inszenierung durchweg zu empfehlen“.cite-ref-bachtrack-wien-16-0[16] Manfred A. Schmid beschrieb die Musik als „eklektizistisch im besten Sinn des Wortes“. Jede Figur sei „mit einer ganz eigenen, unverwechselbaren musikalischen Signatur ausgestattet“.cite-ref-onlinemerker-17-0[17]

Aufnahmen

‱ 2. MĂ€rz 2024 – Alexander Soddy (Dirigent), Damiano Michieletto (Inszenierung), Paolo Fantin (BĂŒhne), Klaus Bruns (KostĂŒme), Thomas Wilhelm, Alessandro Carletti (Licht). Gennadi Bessubenkow (Old Major), Wolfgang Bankl (Napoleon), Michael Gniffke (Snowball), Andrei Popow (Squealer), Stefan Astakhov (Boxer), Karl Laquit (Benjamin und Pigetta), Artem Krutko (Minimus), Margaret Plummer (Clover), Isabel Signoret (Muriel), Elena Vassilieva (Blacky), Holly Flack (Mollie), Daniel Jenz (Mr Jones), Aurora Marthens (Mrs Jones), Clemens Unterreiner (Mr Pilkington). Video; live aus der Wiener Staatsoper. Übertragung im Radio Österreich 1; Videostream auf der Website der Wiener Staatsoper.cite-ref-18[18]

Weblinks

‱ Manfred A. Schmid: Revolution als Weg in die Dystopie. Rezension der AuffĂŒhrung in Wien 2024

Einzelnachweise

cite-note-11. Dauer der Videoaufzeichnung der AuffĂŒhrung in Wien 2024 ohne Pause.
cite-note-22. Stimmlagen nach den Besetzungen in Amsterdam 2023 und Wien 2024.
cite-note-programmheft-wien2024-figuren-33. ↑ Figurenverzeichnis der Oper. In: Programmheft der Wiener Staatsoper 2024, S. 7.
cite-note-programmheft-wien2024-morabito-44. ↑ Sergio Morabito: Eccentricity, Exaggeration, Energy. Alexander Raskatovs Farm der Tiere und die „3 E“. In: Programmheft der Wiener Staatsoper 2024, S. 24–28.
cite-note-programmheft-wien2024-soddy-55. ↑ Alexander Soddy: Wenn das Drama zum Leben erwacht. In: Programmheft der Wiener Staatsoper 2024, S. 43–45.
cite-note-programmheft-amsterdam2023-raskatow-66. ↑ Opera Should be Full of Life. Interview mit dem Komponisten Alexander Raskatow. In: Programmheft der Nationale Oper Amsterdam, S. 64–66.
cite-note-programmheft-amsterdam2023-michieletto-77. ↑ The Mechanisms of Power. Interview mit dem Regisseur Damiano Michieletto. In: Programmheft der Nationale Opera Amsterdam 2023, S. 75–77.
cite-note-programmheft-amsterdam2023-88. ↑ Programmheft der Nationale Opera Amsterdam, 2023 (online).
cite-note-programmheft-wien2024-99. ↑ Programmheft der Wiener Staatsoper, 2024 (eingeschrĂ€nkte Vorschau auf Issuu).
cite-note-buehne-1010. ↑ Atha Athanasiadis: Schweine an der Macht. Rezension der UrauffĂŒhrung in Amsterdam 2023. In: BĂŒhne. 28. Januar 2024, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-opernwelt-1111. ↑ Personalien, Meldungen 1/24. In: Opernwelt. Ausgabe Januar 2024, S. 56.
cite-note-operaawards-1212. ↑ Winners 2023 auf operaawards.org, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-brklassik-1313. ↑ Bernhard Doppler: Premiere an der Wiener Staatsoper – George Orwells „Animal Farm“. Rezension auf BR-Klassik. 29. Februar 2024, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-nmz-1414. ↑ Alexander Keuk: Manche sind gleicher als andere – „Animal Farm“ von Alexander Raskatov an der Wiener Staatsoper. In: Neue Musikzeitung. 7. MĂ€rz 2024, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-bachtrack-amsterdam-1515. ↑ Michael Klier: Beklemmend realistische UrauffĂŒhrung: Alexander Raskatovs Animal Farm in Amsterdam. Rezension der UrauffĂŒhrung in Amsterdam 2023. In: Bachtrack. 5. MĂ€rz 2023, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-bachtrack-wien-1616. ↑ Norman Schwarze: Erqui(e)cklich: Alexander Raskatovs Animal Farm an der Wiener Staatsoper. In: Bachtrack. 4. MĂ€rz 2024, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-onlinemerker-1717. ↑ Manfred A. Schmid: Revolution als Weg in die Dystopie – Eine erschreckende Erkenntnis. Rezension der AuffĂŒhrung in Wien 2024. In: Online Merker. 29. Februar 2024, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.
cite-note-1818. ↑ Die Wiener Staatsoper in Radio, TV & im Stream, abgerufen am 29. MĂ€rz 2024.